Das Münster in der Philatelie – Die Heldentaten der Befreiung

Am 16. Juni 1940 bittet Marschall Pétain Hitler, den Kampf zu beenden. Für Charles de Gaulle kommt dies einer Kapitulation gleich, die er nicht hinnehmen kann. So fliegt er nach London, und verliest von dort aus seinen Aufruf zum Widerstand aller Franzosen. Ende Juli stellt sich ihm ein 38-jähriger Kapitän vor, der es geschafft hatte, durch die deutschen Linien durchzukommen und nach England zu gelangen. Sein Name: Philippe de Hauteclocque. De Gaulle erteilt ihm umgehend einen äußerst wichtigen Auftrag: Er soll Französisch-Äquatorialafrika dazu bringen, sich dem Freien Frankreich anzuschließen. Um seine Familie vor den zu erwartenden Vergeltungsmaßnahmen zu schützen, nimmt Philippe de Hauteclocque den Namen François Leclerc an. Als Major fliegt er nach Afrika. Ende August hat er ganz Französisch-Äquatorialafrika – bis auf Gabun – an seiner Seite.

Zum Oberst befördert übernimmt er das militärische Kommando im Tschad und greift im Norden die italienischen Stützpunkte an. Er durchquert die Sahara und erobert die Kufra-Oasen, wo er mit seinen Soldaten schwört, die „Waffen erst dann niederzulegen, wenn unsere schönen Farben wieder auf dem Straßburger Münster wehen“. So wird die elsässische Hauptstadt unmittelbar mit seinem Kampf verknüpft. Die Nachwelt wird das Bild des Straßburger Münsters eng mit der Ikonographie der Befreiung Frankreichs verbinden.

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Das Münster in der Philatelie – Der Reichsanschluss (1940-1944)

Am 19. Juni 1939 schreiten die Deutschen Truppen in Straßburg ein. Unverzüglich wird eine Fahne mit Hakenkreuz auf dem Münsterturm gehisst. Schon am 28. Juni besucht Hitler höchstpersönlich das Münster, für das er große Pläne hegt: Er will daraus ein „Nationalheiligtum des Deutschen Volkes“ machen, sobald der endgültige Sieg errungen sei. Bis dahin bleibt das Münster vorerst geschlossen.

Die Deutschen Behörden veröffentlichen keine einzige Briefmarke auf die das Straßburger Münster abgebildet ist. Dennoch ist das Gebäude durchaus präsent, und zwar auf zahlreichen Stempeln zwischen 1940 und 1944. Allerdings weisen die deutschen Entwertungen und Postsiegel dieser Zeit eine markante Besonderheit auf: Bestimmte Buchstaben dienen der Zuordnung zum Postamt bzw. -schalter, in/an dem die Sendung gestempelt wurde. Einige der Straßburger Postämter haben bis zu zwanzig unterschiedliche Stempel verwendet, die jeweils mit einem Buchstaben von a bis u versehen waren.

22.10.40 – Sonderstempel „STRASSBURG (ELS)“ auf einer Sendung frankiert mit den Marken Hindenburg-Medaillon, Deutsches Reich (1932-1939), 6 pf in grüner Farbe, mit versetztem Elsaß Überdruck. Der Buchstabe a ist unterhalb der Zahl 13 zu erkennen.
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Das Münster in der Philatelie – die ersten Briefmarken (1886-1939)

Seit dem Krieg von 1870/71 ist Straßburg eine deutsche Stadt. Postleistungen sind auf die Beförderung und Zustellung der Post zwischen den Städten beschränkt, die Zustellung der Briefe aus der eigenen Stadt ist allerdings nicht vorgesehen. Hundertsechzig deutsche Städte, darunter Straßburg, nutzen dieses Manko, um private Posteinrichtungen aufzubauen. So entsteht am 1. November 1886 in Straßburg der „Privat-Post-Verkehr Strassburg“.

Ausgabe vom 13. Januar 1887, Typus Münster (private Sammlung).

Die erste, am 4. November 1886 herausgegebene Briefmarke, stellt das Wappen der Stadt Straßburg dar. Doch wird diese Marke rasch aufgrund ihrer zu großen Ähnlichkeit mit den Briefmarken des Deutschen Reiches (Marke Nr. 32 Deutschland) verboten. Um jegliche Verwechslung zu vermeiden, folgt also am 1. Dezember eine zweite Marke, diesmal mit einer Darstellung des Straßburger Münsters. Zwischen 1886 und 1890 wurden insgesamt 86 verschiedene Briefmarken mit Abbildung des Münsters herausgegeben, die sich durch den Nennwert, die Größe oder die vielfältigen Farben unterscheiden, aber alle die Beschriftung „PRIVATPOST STRASSBURG“ in deren Rahmen enthalten.

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